Ein Arzt denkt um: Warum die Standardtherapie der Schilddrüse vielen Patientinnen und Patienten nicht hilft
- Panthyro.at

- 4. Juni
- 3 Min. Lesezeit
Es gibt Bücher, die man liest und denkt: Endlich sagt es jemand laut. „Rethinking Hypothyroidism“ von Dr. Antonio C. Bianco ist eines davon. Der Autor ist kein Außenseiter der Medizin — er ist Arzt, Wissenschaftler, Dekan einer medizinischen Fakultät an der Universität Chicago und einer der weltweit führenden Schilddrüsenforscher mit über 300 wissenschaftlichen Publikationen. Und genau dieser Mann schreibt: die Standardtherapie der Schilddrüsenunterfunktion versagt bei vielen Patientinnen und Patienten. Und er gibt zu, dass auch er selbst jahrelang Teil dieses Problems war.
Das Problem: Wenn der TSH-Wert stimmt, aber die Patientin / der Patient nicht
Die klassische Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), wie auch von Hashimoto-Thyreoiditis, besteht seit Jahrzehnten aus der täglichen Einnahme von Levothyroxin / L-Thyroxin (T4), bekannt unter den deutschsprachigen Handelsnamen Euthyrox oder Thyrex mit dem Ziel, den TSH-Wert in den Normbereich zu bringen. Das gilt dann als erfolgreiche Therapie.
Doch was, wenn die Patientin / der Patient trotz „normalem“ TSH weiterhin unter Erschöpfung, Gewichtszunahme, Konzentrationsproblemen, depressiven Verstimmungen und verminderter Lebensqualität leidet? Zwischen 10 und 20 Prozent aller behandelten Patientinnen und Patienten bleiben trotz leitliniengerechter Therapie symptomatisch. Ärzte haben diese Restsymptome lange nicht als Versagen der Levothyroxin-Therapie anerkannt — die Patientinnen wurden stattdessen an den Psychiater verwiesen.
Bianco nennt dieses Phänomen beim Namen: SORSHOT — Syndrome of Residual Symptoms of Hypothyroidism on T4.
Das biochemische Problem: T4 ist kein stoffwechselaktives Hormon
T4 ist keine stoffwechselaktive Substanz. Die Schilddrüse produziert zwar vorwiegend T4, aber das eigentlich wirksame Hormon auf den Stoffwechsel ist T3. T4 muss erst durch das Enzym Deiodinase in T3 umgewandelt werden — und dieser Umwandlungsprozess funktioniert bei einem Großteil der Patientinnen und Patienten aufgrund genetischer Polymorphismen nicht ausreichend.
Die Deiodinase-Aktivität wird außerdem durch die alleinige T4-Gabe gehemmt, das heißt, T3 wird genau dann gedrosselt, wenn es am meisten gebraucht wird.
Das Ergebnis: der TSH-Wert sieht gut aus, aber auf Gewebsebene herrscht weiterhin T3-Mangel. Kein Bluttest zeigt das zuverlässig an.
Die unbequeme Geschichte: warum wurde die T3-Therapie aufgegeben?
Die ursprüngliche Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion bestand seit den 1890er Jahren aus Schilddrüsenextrakten aus tierischen Drüsen (Organotherapie). Diese enthielten sowohl T4 als auch T3 und entsprachen damit der natürlichen Hormonzusammensetzung der menschlichen Schilddrüse.
Getrocknetes Schilddrüsenextrakt (Desiccated Thyroid) wurde nicht aufgegeben, weil es unsicher oder unwirksam war, sondern es wurde verdrängt, als der Hersteller von Levothyroxin Marktdominanz anstrebte. Überlegenheitsstudien gab es keine.
Was Bianco fordert
Klinische Studien zeigen, dass eine Kombinationstherapie aus L-T4 und L-T3 sicher ist und von Patientinnen und Patienten gegenüber einer reinen T4-Therapie bevorzugt wird. Viele Patientinnen und Patienten, die von L-T4 allein nicht ausreichend profitieren, berichten nach dem Wechsel auf eine Kombinationstherapie über eine verbesserte Lebensqualität und Kognition.
Bianco fordert außerdem mehr als nur den TSH zu testen. Die Bestimmung der Laborparameter fT3 und fT4 sowie die Berücksichtigung der individuellen Symptomatik müssen wieder in den Mittelpunkt rücken.
Was bedeutet das für Sie als Patientin / Patient?
Dieses Buch ist kein Angriff auf die Medizin — es ist ein Aufruf zur Reflexion von innen heraus. Wenn eine der weltweit angesehensten Stimmen der Schilddrüsenforschung schreibt, dass die Standardtherapie vielen Patientinnen und Patienten nicht ausreicht, dann ist das keine Randmeinung. Das ist Wissenschaft.
Für Patientinnen und Patienten, die trotz Levothyroxin-Therapie weiterhin Symptome haben, ist dieses Buch eine wichtige Lektüre — und ein gutes Argument im nächsten Arztgespräch.
Der Panthyro-Ansatz
Bei Panthyro verfolgen wir diesen integrativen Gedanken von Anfang an. Wir sind überzeugt, dass eine erfolgreiche Schilddrüsentherapie mehr braucht als einen normalen TSH-Wert und darüber hinaus eine präzise Nährstoffversorgung, die den Körper auf zellulärer Ebene unterstützt. Unsere Produkte sind speziell auf die Bedürfnisse von Schilddrüsenpatientinnen und -patienten abgestimmt.





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